| Begriff |
Windows Azure |
| Abkürzung |
|
| Synonyme/Aliase |
|
Erläuterung des Begriffs
Windows Azure
Windows Azure ist der Oberbegriff für Cloud Computing-Angebot von Microsoft.
Geschichte
Erstankündigung: PDC 2008 (Oktober 2008)
Auch auf der PDC 2009 und PDC 2010 war Azure das Hauptthema.
Inbetriebnahme: 1.2.2010
Technische Basis
Basis für Azure sind eine leicht modifizierte Version von Windows Server 2008, .NET 3.5 und Microsoft SQL Server 2008. Microsoft betreibt weltweit mehrere Rechenzentren, in denen jeweils viele tausend dieser Server-Systeme in Containern mit jeweils ca. 2500 Rechnern leben.
Dienste von Windows Azure
Websites
Webservices
Hintergrundprozesse
Datenbanken (SQL Azure)
Nicht-Relationale Datenspeicher ("Table Storage", "Blob Storage")
Warteschlangen
Middleware zwischen lokalen Systemen und den Cloud-Dienste
Zugriffskontrolle
Hosting kompletter virtueller Systeme ("VM Role") - seit November 2010
Entwicklung
Die Entwicklung wird unterstützt durch eine Erweiterung für Visual Studio mit Namen "Windows Azure Tools for Cloud Services".
Administration
Website (erste Version: HTML-basiert, zweite Version: Silverlight-basiert)
Webservices
Remote Desktop (ab November 2010)
Windows Azure versus MyServices
Beim ersten Betrachten des Azure-Konzeptes werden Erinnerungen wach an Microsoft MyServices (Codename "Hailstorm"). MyServices war einer der sechs Bausteine im ursprünglichen Konzept von .NET in den Jahren 2000/2001. Microsoft wollte so genannte "Building Block Services" wie Authentifizierung, Kalender, Aufgabenliste und Notizen als SOAP-basierte Webservices bereitstellen, die Anwender in eigene Anwendungen integrieren können. Microsoft machte MyServices zum zentralen Thema der PDC 2001. Aufgrund des Widerstandes der Anwender, die nicht genug Vertrauen in ein Hosting sensibler Daten bei Microsoft hatten, sind die MyServices niemals erschienen mit Ausnahme der Dienste "Passport" (heute "Live ID") und Map Point.
Neu in Azure gegenüber den MyServices ist, dass Unternehmen nun nicht nur die Dienste von Microsoft als Webservices nutzen können, sondern auch eigene Anwendungen bzw. Webservices beliebiger Größe bei Microsoft hosten können. Attraktiv ist dies gerade für Anwendungen, bei denen sich der Betrieb eigener Server (weder selbstbetrieben noch gehostet) nicht lohnt.
Ob Microsoft als Hoster nun aber die Akzeptanz findet, die es im Jahr 2001 noch nicht gab, muss sich noch zeigen. Denn mit dem Hosting der Anwendung bei Azure liegen auch die (sensiblen) Daten auf von Microsoft betriebenen Rechnern.
Die Vorzeichen sind etwas günstiger als vor sieben Jahren, denn der Gedanke vernetzter und gehosteter Anwendungen ist heute viel etablierter als damals. Entscheidend wird sein, ob es Microsoft gelingt, einen deutlichen Mehrwert gegenüber bestehenden Application Service Providern/Hostern zu bieten.
Ich sehe drei Bereiche, in denen Microsoft diesen Mehrwert bieten kann:
Bereitstellen von mehr vorgefertigen Anwendungsdiensten durch Einbeziehung einer Vielzahl hauseigener Softwareprodukte sowie Live-Dienste.
Die einfache Identitätsintegration, die heute in der Keynote gezeigt wurde.
Ein attraktiver Preis (steht noch nicht fest).
Querverweise zu anderen Begriffen im Lexikon
Microsoft SQL Server 2008 Microsoft SQL Server Windows Server 2008 Authentifizierung Zugriffskontrolle Cloud Computing Windows Server SQL Server Webservice MyServices Middleware Hailstorm SQL Azure Datenbank Ausnahme .NET 3.5 Prozesse Storage Tiger My
|
|